Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Steinheim stellt Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt vor
Gemeinsam für Sicherheit und Achtsamkeit in der Gemeinde
Steinheim, 6.7.2026 - Die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Steinheim hat ein umfassendes Schutzkonzept zur Prävention von sexualisierter Gewalt fertiggestellt. Ziel ist es, Menschen in allen Bereichen des Gemeindelebens – von der Kinder- und Jugendarbeit bis hin zu den Seniorenkreisen – wirksam vor Grenzverletzungen und Übergriffen zu schützen.
„Wer einmal sexualisierte Gewalt erlebt hat, trägt oft ein Leben lang an den Folgen. Deshalb ist es unsere Pflicht als Kirchengemeinde, hinzuschauen, zu schützen und vorzubeugen“, betont Pfarrer Sebastian Wieder.
Mit dem nun vorliegenden Schutzkonzept erfüllt die Kirchengemeinde nicht nur die Vorgaben der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, sondern setzt vor allem ein Zeichen für Aufmerksamkeit, Verantwortung und gelebte Fürsorge.
Die Erarbeitung des Konzepts begann mit einer Risiko- und Potentialanalyse. Dabei wurden gemeinsam mit Mitarbeitenden und Gemeindegliedern konkrete Gefährdungssituationen identifiziert:
Wo besteht ein erhöhtes Risiko für Übergriffe?
Welche Schutzmaßnahmen sind nötig und praktikabel?
Ein wichtiger Bestandteil des Prozesses war die Beteiligung der Gemeinde:
Zahlreiche Menschen haben sich mit ihren Perspektiven und Erfahrungen eingebracht – sei es durch ausgefüllte Fragebögen, persönliche Gespräche oder die Mitarbeit in der Schutzkonzeptarbeitsgruppe.
„Für diese Offenheit und die Beteiligung sind wir sehr dankbar“, so die AG Schutzkonzept und der Kirchenvorstand.
Das nun vorliegende Schutzkonzept umfasst neben klaren Verhaltensregeln auch verbindliche Standards für Schulungen für haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende sowie ein strukturiertes Verfahren für den Umgang mit Verdachtsfällen. Es ist kein einmaliger Abschluss, sondern ein wachsendes Instrument, das regelmäßig überprüft und weiterentwickelt wird.
„Wir wollen, dass unsere Kirchengemeinde ein sicherer Ort für alle ist – ein Ort, an dem Achtsamkeit, Respekt und gegenseitige Verantwortung zum gelebten Alltag gehören“, sagt die Vertrauensfrau des Kirchenvorstands Andrea Reusch.
Das Schutzkonzept kann auf Wunsch im Pfarramt eingesehen werden. Auch hier auf der Gemeindehomepage sind alle relevanten Informationen zusammengefasst.
Kontakt:
Evangelisch-Lutherische
Kirchengemeinde Steinheim
Heimertinger Sr. 33
87700 Memmingen-Steinheim
Telefon: 08331 2906
pfarramt.steinheim.mm@elkb.de
www.kirche-steinheim.de
In unserer Gemeinde achten wir aufeinander
Oben finden Sie das Schutzkonzept des Kirchenvorstands als PDF zum herunterladen.
(1) Ich verpflichte mich alles zu tun, dass in der Arbeit und im Miteinander der Evangelischen Kirchengemeinde Steinheim keine Grenzverletzungen, kein sexueller Missbrauch und keine sexualisierte Gewalt möglich werden.
(2) Ich will die mir anvertrauten Personen, auf die ich in meiner Tätigkeit in der Gemeinde treffe vor Schaden und Gefahren, Missbrauch und Gewalt schützen.
(3) Ich respektiere die individuelle Persönlichkeit aller Personen, denen ich begegne und bringe ihnen
Wertschätzung und Vertrauen entgegen.
(4) Ich respektiere die Intimsphäre und die persönlichen Grenzen der Scham der mir anvertrauten Personen.
(5) Ich nehme die individuellen Empfindungen der Personen, denen ich begegne zu Nähe und Distanz gegenüber anderen Menschen ernst und respektiere ihre persönlichen Grenzen.
(6) Ich bin mir in meiner Rolle als MitarbeiterIn der Kirchengemeinde meiner besonderen Vertrauens- und Autoritätsstellung gegenüber anderen bewusst. Ich nutze meine Rolle nicht für sexuelle oder unangemessen enge persönliche Kontakte zu den mir anvertrauten Teilnehmenden aus.
(7) Mir ist bewusst, dass jede sexualbezogene Handlung mit Schutzbefohlenen eine strafbare Handlung ist, mit entsprechenden Konsequenzen innerhalb der Evangelischen Kirchengemeinde, der Evang. Landeskirche sowie eventuellen zivil- und strafrechtlichen Folgen.
(8) Abwertendes sexistisches, diskriminierendes und gewalttätiges verbales und nonverbales Verhalten von uns gegenüber den mir anvertrauten Schutzbefohlenen oder anderen Mitgliedern der Kirchengemeinde toleriere ich nicht und beziehe dagegen Stellung.
(9) Ich achte auf evtl. Grenzüberschreitungen durch andere Mitarbeitende und Teilnehmende bei den Gemeindeveranstaltungen und Gemeindeangeboten jeder Art, nehme diese bewusst wahr, spreche sie offen an und vertusche sie nicht. Die Leitungsperson(en)/ Hauptamtliche(n) der Kirchengemeinde Steinheim informiere ich umgehend und vertrauensvoll über derartige Vorfälle.
(10) Im Konfliktfall ziehe ich (professionelle) fachliche Unterstützung und Hilfe hinzu und informiere die Verantwortlichen auf der Leitungsebene. Dabei steht der Schutz der Kirchengemeinde und der mir anvertrauten Schutzbefohlenen an erster Stelle.
(11) Ich fördere bei den mir anvertrauten Schutzbefohlenen ein gesundes Selbstbewusstsein und die Fähigkeit zur Selbstbestimmung gerade auch gegenüber sexuellen Grenzüberschreitungen.
(12) Ich verpflichte mich, zur Umsetzung dieser Ziele insbesondere die auf den Seiten 2 und 3 dieser Selbstverpflichtung aufgeführten Hinweise zu beachten und umzusetzen. Ich achte ferner darauf, dass diese Hinweise auch von anderen Mitarbeiter/innen der evang. Kirchengemeinde Steinheim umgesetzt werden.
Der Kirchenvorstand
Hinschauen – Helfen – Handeln
Kein Raum für Missbrauch
- das gilt in allen Einrichtungen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.
Die Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern verurteilt sexualisierte Gewalt aufs Schärfste und sieht sich in der Verantwortung, Unrecht sorgfältig aufzuarbeiten, Betroffene zu unterstützen und Kirche und Diakonie zu sicheren Orten zu machen.
Wenn Sie von Grenzüberschreitungen oder sexueller Gewalt betroffen sind, etwas beobachtet haben oder Angehörige von Betroffenen sind, können Sie sich gerne an uns wenden.
Ansprechpartner in der Kirchengemeinde Steinheim
Die Ansprechpersonen sind:
Frau Cornelia Reif
Herr Helmut Honold
Sie sind unter folgenden Kontaktmöglichkeiten zu erreichen:
Bunter Briefkasten in der Kirche
Email-Adresse: ansprechperson.kirchengemeindesteinheim.mm@elkb.de
Ansprechpartner der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern
Ansprechstelle für Betroffene sexualisierter Gewalt
Tel. 089 5595335 (Mo. 10-11 Uhr, Di. 17-18 Uhr)
E-Mail: ansprechstellesg@elkb.de (Antwort innerhalb von 48 Stunden)
Homepage: https://aktiv-gegen-missbrauch-elkb.de
Telefonseelsorge
Tel. 0800 1110111 (kostenfrei, täglich, rund um die Uhr)
Außerhalb der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern
Hilfetelefon Sexueller Missbrauch von N.I.N.A. e.V.
Tel. 0800 2255530 (kostenfrei)
Chat: www.hilfe-telefon-missbrauch.online
Homepage: www.nina-info.de
Handlungsrichtlinien
zum Vorgehen im vermuteten und/oder konkreten Fall bei sexualisierter Gewalt
Ein Übergriff wird vermutet:
- Ruhe bewahren
- Gesprächsbereitschaft für das Kind/den Jugendlichen zeigen
- Dokumentation (zeitnah, detailliert und schriftlich)
- Information der Pfarramtsführung (Vier-Augen-Prinzip)
- Kontaktaufnahme zur Ansprechstelle für Betroffene sexualisierter Gewalt
- Vermutete/n Täter*in nicht konfrontieren
Ein Übergriff wird an Sie herangetragen:
- Mitteilendem Kind/Jugendlichen Glauben schenken
- Ruhe bewahren, keine vorschnellen, nicht abgesprochenen Entscheidungen treffen
- Versprechen Sie dem betroffenen Kind/Jugendlichen nichts, was Sie nicht halten können. Z. B. Sie sagen es nicht weiter.
- Dokumentation (zeitnah, detailliert und schriftlich)
- Information der Pfarramtsführung (Vier-Augen-Prinzip)
- Kontaktaufnahme zur Ansprechstelle für Betroffene sexualisierter Gewalt
- Bleiben Sie Vertrauensperson
- Täter*in nicht konfronƟeren
- In Deutschland gibt es keine polizeiliche Anzeigepflicht. Halten Sie Rücksprache mit der Ansprechstelle.
Sie beobachten einen Übergriff:
- Direkt eingreifen, Übergriff ruhig und bestimmt stoppen
- Erst dem betroffenen Kind/Jugendlichen zuwenden, dann der übergriffigen Person
- Dokumentation (zeitnah, detailliert und schriftlich)
- Information der Pfarramtsführung (Vier-Augen-Prinzip)
- Kontaktaufnahme zur Ansprechstelle für Betroffene sexualisierter Gewalt
- Krisenteam bilden: Schutz des Kindes/Jugendlichen herstellen
- Bei Mitarbeiter*innen arbeitsrechtliche Maßnahmen einleiten
- Wichtig: Holen Sie sich Hilfe. Niemand kann den Kindern/Jugendlichen alleine helfen! Wenden Sie sich
- an eine Fachberatungsstelle, die Ihnen hilft, Situationen richtig einzuschätzen und professionell zu handeln.